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Die 10 bedeutendsten Gletscher im Iran

Der Iran ist in den Augen vieler ein heißes, trockenes Land — Wüste, Salzseen, sandige Hochplateaus. Doch die Gebirgszüge, die das persische Kernland einrahmen, widerlegen dieses Bild. Der Alborz, das schmale Gebirge an der Südküste des Kaspischen Meers, enthält einige der höchsten Gipfel des Nahen und Mittleren Ostens. Darunter liegt der Damavand (5.610 m), der höchste Vulkan Asiens und höchste Gipfel des Nahen und Mittleren Ostens. Am Damavand und an einer Reihe weiterer Gipfel des Alborz sowie in einigen höheren Lagen des Zagros tragen schattige Nordhänge und Hochkare dauerhaftes Gletschereis. Auf der Karte lassen sich die iranischen Gletschergebiete lokalisieren.

1. Dusan-Gletscher, Damavand-Region, Alborz

Der Damavand (5.610 m) trägt mehrere kleine Gletscher, von denen der Dusan-Gletscher am Nordhang am bekanntesten ist. Der Damavand ist Irans ikonischster Gipfel, tief in der persischen Mythologie verwurzelt — in den epischen Versen des Schahname taucht er als Gefängnis des bösen Herrschers Zahhak auf. Die Gletscherflächen am Damavand sind in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen, was auf die Kombination aus zunehmender regionaler Erwärmung und veränderten Niederschlagsmustern zurückzuführen ist. Der Gletscher liegt auf der Nordseite des Vulkankegels, wo Beschattung und höhere Niederschläge von der kaspischen Seite die Akkumulation begünstigen.

2. Alam-Kuh-Gletscher, Alborz

Der Alam Kuh (4.850 m) ist nach dem Damavand der zweithöchste Gipfel Irans und trägt einen der bedeutendsten Gletscher des Landes. Der Nordgletscher des Alam Kuh liegt in einem klassischen Kar, das von der schroffen Nordwand des Gipfels überragt wird — einer der steilsten und beeindruckendsten Bergwände des gesamten Vorderen Orients. Iranische Alpinisten und ausländische Expeditionen haben diese Wand seit den 1930er Jahren beklettert. Der Gletscher dient als Ausgangspunkt für Kletterrouten an der Nordwand und ist trotz seines Rückzugs noch deutlich sichtbar.

3. Sahand-Gletscher, Sahand-Gebirge, Azerbaidschan

Das Sahand-Gebirge in der iranischen Provinz Ostaserbaidschan enthält auf seinem erloschenen Vulkankegel (3.707 m) im Winter massive Schneefelder, und in einigen tiefen Karsituationen haben sich permanente Schnee- und Eisfelder erhalten. Der Sahand gilt als Referenzobjekt für den Übergang zwischen Schneefeldern und echten Gletschern in den mittleren Lagen des iranischen Nordens. Die Region ist bekannt für ihre Wasserversorgung durch Schneeschmelze und steht im Mittelpunkt wasserwirtschaftlicher Diskussionen im trockenheitsanfälligen Nordwestiran.

4. Takht-e-Soleiman-Gletscher, Alborz-West

Im westlichen Alborz liegen einige wenig dokumentierte Kleinstgletscher auf den höchsten Gipfeln des Gebirgszuges. Der Takht-e-Soleiman (4.651 m) ist einer der Gipfel, auf dessen Nordhängen perennierende Schnee- und Eisfelder beschrieben worden sind. Die Datenlage zu diesen kleinen Gletschern ist lückenhaft, da die Region abgelegen ist und glaziologische Feldstudien im Iran historisch begrenzt waren. Satellitenbasierte Studien haben in den letzten Jahren begonnen, systematischere Inventare der iranischen Gletscher zu erstellen.

5. Zard-Kuh-Gletscher, Zagros, Chahar Mahal

Der Zard Kuh (4.221 m) im Zagros-Gebirge der Provinz Chahar Mahal und Bakhtiari ist einer der wenigen Zagros-Gipfel, auf denen in exponierten Nordhängen und Schattenlagen Eisfelder und kleine Gletscher beschrieben wurden. Der Zagros ist insgesamt trockener als der Alborz, aber einige Gipfel empfangen durch mediterrane Winterniederschläge erhebliche Schneefall-Mengen. Der Zard Kuh speist mit seinem Schmelzwasser den Karun-Fluss, den wasserreichsten Fluss Irans.

6. Sabalan-Gletscher, Nordwestiran

Der Sabalan (4.811 m) ist ein erloschener Vulkan in der Provinz Ardabil und nach dem Damavand und Alam Kuh der dritthöchste Gipfel Irans. Im Gipfelkrater liegt ein kleiner Kratersee, der im Winter gefriert, und auf den oberen Hängen haben sich kleine Gletscher in tiefen Kars erhalten. Der Sabalan ist im Winter ein beliebtes Skizentrum für die Einwohner des nordwestlichen Iran. Die Gletscher des Sabalan werden durch regionale Erwärmung und rückläufige Winterniederschläge bedroht.

7. Khaleno-Gletscher, Zentralalborz

Im zentralen Alborz, östlich der Hezar-Cham-Region, liegen mehrere kleine Gletscher in den höchsten Lagen. Der Khaleno-Bereich (rund 4.370 m) ist bekannt für seine tiefen, schattigen Kare und wurde in der iranischen glaziologischen Literatur als Standort ausdauernder Eisfelder beschrieben. Die Zugänglichkeit ist gering, und genaue Flächen- und Massendaten sind nur für wenige dieser Kleinstgletscher verfügbar.

8. Haft-Khan-Gletscher, Alborz-Ost

Im östlichen Alborz sind die Gipfelhöhen geringer als im zentralen Teil, und dauerhafte Gletscher sind seltener. Der Haft-Khan-Bereich gehört zu den Orten, an denen in hochgelegenen Nordkaren noch Persistente Schneefelder beschrieben wurden, die an der Grenze zur Gletscherbildung liegen. Dieser Grenzzustand ist glaziologisch interessant, weil er zeigt, wie eng Gletscher und Schneefleck auseinanderliegen können — eine Frage, die für das globale Gletscherinventar methodisch relevant ist.

9. Shah-Alborz-Gletscher, Alborz

Der Gipfelbereich des Shah Alborz (4.150 m) im westlichen Alborz zeigt auf seiner schattigen Nordseite perennierende Schneeansammlungen, die in kühleren Perioden glazialen Charakter annehmen. Als Teil des Gletscherinventars des nördlichen Iran ist er ein Beispiel für die kleinsten Gletscherformen, die wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten — nicht spektakulär in Größe oder Bekanntheit, aber wichtig für das Verständnis der regionalen Kryosphäre.

10. Takht-e-Jamshid-Kar, Zagros-Hochland

Im Hochland des zentralen Zagros, rund um die Region Isfahan und Chahar Mahal, befinden sich in hochgelegenen Kars saisonale Schneefelder, die in kälteren Klimaperioden möglicherweise zu Kleinstgletschern geworden sind. Obwohl aktive Gletscher hier heute fraglich sind, belegen glaziale Formen wie Karseen, polierte Felsflächen und Moränenreste eine Vergletscherung in der letzten Eiszeit. Diese Relikte des Würm-Glazials machen das iranische Zagros-Hochland zu einer glazialmorphologisch bedeutsamen Region, auch wenn das Eis von heute längst durch Karst und trockene Sommer ersetzt wurde.