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Jokulsarlon im Detail

Jokulsarlon ist die proglaziale Lagune an der Zunge des Breidamerkurjokull, selbst ein Auslass des Vatnajokull an Islands Sudkuste. Vor 60 Jahren existierte sie nicht. Heute misst sie rund 25 km2 und gehort zu den meistbesuchten Naturschauplatzen Islands.

Entstehung

Der Breidamerkurjokull erreichte um 1894 das Meer. Mit der Erwarmung im 20. Jahrhundert zog sich die Zunge ins Landesinnere zuruck und eine Tiefenwanne offnete sich. Anfang der 1970er war die Lagune geformt und fullte sich mit Eisbergen der schwindenden Front. Mit uber 200 m Tiefe ist sie zudem der tiefste See Islands.

Was man sieht

Eisberge aus dem Gletscher schwimmen wochenlang in der Lagune, bevor sie durch den kurzen Kanal in den Atlantik treiben. Viele stranden auf dem schwarzen Sandstrand jenseits der Strasse — der "Diamantstrand" aller Island-Fotostrecken.

Besuch

Die Lagune liegt an der Ringstrasse, etwa funf Stunden ab Reykjavik. Man kann einfach am Ufer parken und hinaufgehen. Bootstouren:

Risiken und Besucherlenkung

Eisberge kippen. Wer einen gestrandeten betritt, riskiert das Leben. Der Strand selbst hat gefahrliche Wellenausschlage. Ranger patrouillieren strikter jedes Jahr. Strasse nur an markierten Stellen kreuzen — auf der Route 1 sind schon todliche Unfalle passiert.

Zukunft

Die Lagune wachst weiter, wahrend der Gletscher zuruckweicht. Schatzungen rechnen mit rund 40 km2 vor Stabilisierung, wenn die Front in hohere Lagen weicht. Ob das Diamantstrand-Phanomen bestehen bleibt, hangt vom Eisbergnachschub ab — und der wird weniger.

Andrang

Sommermittag ist die Holle. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind ruhig. Winterbesuche konnen aussergewohnlich sein — weniger Busse, langere Damerungslicht, Nordlicht. Vor der Fahrt im Winter Wetter und Strasse prufen.

Auf der Karte erkunden

Jokulsarlon und die benachbarten Heinabergslon, Fjallsarlon und der Diamantstrand finden sich in der interaktiven Karte. Jede Lagune hat ihren Charakter — Heinabergslon fur Einsamkeit, Fjallsarlon fur kompakte Kalbungsblicke.